Faszination Gold

19. February 2018
Faszination Gold

„So viel Gold, wie sie brauchen“ meinte Christoph Kolumbus seinen Förderern und Finanziers, den Majestäten von Kastilien, von seinen Reisen 'nach Indien' mitbringen zu können. Er schob zwar gerne andere Motive vor, aber seine Tagebucheintragungen zeigen, dass es ihm vor allem um eines ging: das Zusammenraffen von Edelmetallen. Sonderlich erfolgreich war er letztlich nicht. An die erhofften riesigen Schätze kam er nicht so richtig heran. Was den 'Indern' abgeknöpft werden konnte, war den Aufwand und die Strapazen kaum wert. Wäre er anders herum gefahren, hätte er mehr Glück haben können. Der bis heute größte Goldnugget der Welt wurde 1869 in Australien gefunden, 2284 Feinunzen und damit rund 71 Kilogramm schwer. Wäre ein nettes Geschenk für seine Majestäten gewesen. Australien hätte sich auch abseits dieses enormen Einzel-Fundes als gute Adresse erweisen können. Nach China mit 440 Tonnen Goldförderung im Jahr 2017 ist Australien heute mit 300 Tonnen der zweitgrößte Goldproduzent der Welt. Einige der global vorhandenen Vorkommen lagen übrigens durchaus vor Kolumbus' Nase: 111 Tonnen wurden letztes Jahr in Mexiko gewonnen. Was die ewigen Rivalitäten zwischen den USA und Russland angeht, so hat in Sachen Goldgewinnung Russland die Nase vorn: 255 Tonnen im Vergleich zu 245 der USA. Kanada (180), Peru (155), Südafrika (145), Usbekistan (100) und Braslien (85) bilden mit den zuerst genannten Ländern die Top-Ten der goldenen Liste. Deutschland rangiert unter 'ferner liefen'. Erstaunlicherweise besitzt Deutschland mit 3.400 Tonnen nach den USA (8.100) die zweitgrößten Goldreserven der Welt - nicht China und nicht Russland.
Der Goldabbau ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn die Menge des Goldes ist begrenzt. In etwa 25 Jahren, schätzen Fachleute, wird sich ein Abbau nicht mehr lohnen. Dann muss die Welt mit dem auskommen, was sie hat, seit ältesten Zeiten rund 170.000 Tonnen, die Maske des Agamemnon von 1700 v. Chr. und den goldenen Siegelring des Christoph Kolumbus inklusive.
Es ist bekanntlich nicht alles Gold, was glänzt. Wie aber erkennt der Liebhaber, wie rein 'sein' Goldstück ist? Es gibt drei Methoden: Wiegen nach dem Archimedischen Prinzip, also unter Zuhilfenahme des Auftriebs und der Messung des verdrängten Wassers. Diese Methode ist jedoch äußerst ungenau. Genauer sind Strichprobe und Säuretest. Dabei ergibt sich der Feingehalt anhand der Verfärbung der verwendeten Probe. Nachteil: es muss immer ein wenig Material geopfert werden. Absolut genau ist ausschließlich die Abtastung mit Röntgenstrahlen, aber wer hat schon einen Röntgenapparat zu Hause? Für den Käufer von Gold gibt es nur eines: Vertrauen in die Richtigkeit der Punze, die auf dem Teil angebracht ist. So bedeutet beispielsweise die Prägung "999", dass 999 von 1000 Teilen des jeweiligen Stücks reines Feingold sein müssen. Ein Betrug wäre fatal: Er ließe sich bei Bedarf nachweisen.
Der größte Teil des Goldes dient der Herstellung von Schmuck, aber daneben ist es als Anlagegold hervorragend geeignet zur Vermögensbildung. Anlagegold, etwa in Form von Barren wie auf der Tegernseer Schatzkarte der Büttenpapierfabrik GMUND, ist auch ein wunderbares Geschenk, und während echtes leicht mit 'Narrengold' (Pyrit) verwechselt werden kann, bleibt es auf der Tegernseer Schatzkarte immer unverwechselbar.