Kurzgeschichte des Goldes

13. December 2017
Kurzgeschichte des Goldes

Am Golde hängt, zum Golde drängte doch alles!
Wie macht man aus anderen Materialen Gold? Seit dem Mittelalter ist es immer wieder versucht worden, wobei die Herren Alchemisten meistens auf Blei als Ausgangsstoff setzten, das, wie damals bereits bekannt war, chemisch mit seinem schöneren Nachbarn eng verwandt ist. Sie hatten keinen Erfolg. Etwa Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der 'Stein der Weisen' dann doch gefunden. Jawohl - das begehrte Edelmetall lässt sich sehrwohl 'künstlich' herstellen, allerdings nicht aus Blei, sondern aus Quecksilber oder Titan. Zu dumm: beides ist zwar möglich, aber unsinnig. Erstens ist Titan noch teurer, zweitens ist das Ergebnis der Synthese in der Regel radioaktiv, und wer will sich schon radioaktive Klunker um den Hals hängen? Es bleibt dabei: Kunstgold wird es mit ziemlicher Sicherheit niemals geben. Es wird deshalb auch keine inflationär bedingte Goldentwertung stattfinden. Der Wert wird sogar weiter steigen, denn nach derzeitigen Erkenntnissen werden weltweit alle unter wirtschaftlich vernünftigen Bedingungen abbaubaren Goldreserven in ungefähr 25 Jahren erschöpft sein.
"Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles", lässt Goethe um 1808 in seinem 'Faust' Margarete sagen, und er lässt sie noch hinzufügen: "Ach wir Armen!" Es ist klar, was er gemeint hat: eitle vanitas! Eines lässt er dabei aber außer Acht: Gold ist von jeher ein Fels in der Brandung, wenn sich die äußeren Umstände verändern. Zuletzt ist das Edelmetall doch nicht eitler Tand, sondern ein sicherer Hafen, sicherer als jemals zuvor, nachdem es im vergangenen Jahrhundert mehrere Male Wertverluste erlitten hatte. Das hing damit zusammen, dass Währungen quer über den Globus an den Goldpreis gekoppelt waren. Um diese hochspekulative Währungsalternative auszuschließen, war deswegen Goldbesitz in den Vereinigten Staaten zeitweise verboten und 1933 bis 1973 nur in Form von Schmuck und Münzsammlungen erlaubt. Richard Nixon war es schließlich, der endgültig den Goldpreis von der Währung abkoppelte. Der Schritt war einschneidend, hat sich aber im Nachhinein als Glücksfall erwiesen, trotz der damit vorübergehend verbundenen Turbulenzen.
Goldgewinnung ist seit der frühen Kupferzeit, also vor rund 7000 Jahren, nachgewiesen. Das Metall ist wunderschön, leicht zu bearbeiten und mit anderen Metallen zu Legierungen zu mischen, und es korrodiert obendrein nicht. Die ältesten Goldartefakte sind im Gräberfeld von Warna in Bulgarien gefunden worden und stammen somit aus der Zeit von 4600 bis 4300 Jahren vor Christus. Seit damals hat die Faszination nicht nachgelassen und führte zu Eroberungskriegen von Spaniern, Portugiesen, Niederländern, Briten... Der Zauber ließ nicht nach und wurde immer wieder zum Hype, beispielsweise als Goldfunde 1849 in Kalifornien und 1897 am Klondike River in Alaska einen regelrechten Rausch auslösten.
Heute wird Gold hauptsächlich in Festland-China, in Australien, Russland, den USA, Kanada, Südafrika und Peru gefördert. Wer will, kann die Schatzsuche aber auch in heimischen Gefilden aufnehmen, etwa am Tegernsee. Die Schatzkarte der Büttenpapierfabrik GMUND in Tegernsee ist ein sehr beliebtes Geschenk, wertvoll schon durch sein ganz besonderes Papier. Diese Schatzkarte dient aber nicht nur als hübsches Geschenk, sondern auch als originelle und absolut wertbeständige Anlage. Als wäre er aus dem See gefischt worden, befindet sich mitten auf der Karte ein kleiner, aber feiner ein Gramm schwerer Goldbarren!